Gegensätze

Ausstellungseröffnung

20. April 2016, 19:00 Uhr im MZ-Foyer
Arbeiten aus den Bereichen Fotografie und Bildende Kunst

Unterschiede spielen eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung - ohne Unterschiede würden wir nichts sehen, hören, fühlen. Sind die Kontraste bis zum Äußersten getrieben, sprechen wir von Gegensätzen. Sie erzeugen Spannung, steigern sich gegenseitig, wobei beide Pole als positiv wahrgenommen werden können, aber auch das Schlechte steht gegensätzlich zum Guten, der Tod zum Leben.

Und oft verschwimmen die Unterschiede: ist „asiatisch“ ein Gegensatz zu „europäisch“ - oder doch ganz nah verwandt? Kann vorn auch hinten und hinten vorn sein?
So hatten die Teilnehmer des Projekts ein weites Feld zu beackern, das viele Themen, Techniken und Sichtweisen zuließ. Angefangen bei der Wahrnehmung von Farbe oder Raum bis hin zu sozialen und politischen Inhalten. Während eines Semesters trafen sie sich regelmäßig um ihre Ideen und bereits erstellten Arbeiten zu diskutieren. Die Vielfalt der verwendeten Techniken spiegelt die Breite der Aktivitäten der beiden Bereiche des MZ. Ebenso vielfältig sind die Themen der entstandenen Werke:
Es wurde u.a. der simple Gegensatz von Schwarz und Weiß untersucht, indem weiße Papiere mit schwarzen und schwarze mit weißen Pinseltupfen übersät wurde. Es entstanden merkwürdig flirrend bewegte, das Auge irritierende und Farbwahrnehmungen hervorrufende Blätter.
Ein Student iranischer Herkunft schrieb einen deutschen Text als Kalligrafie. Die Buchstaben mutieren zu Gebilden, die an arabische Schriftzeichen erinnern, sich bei genauer Betrachtung aber dem Leser erschließen: “Der Himmel ist blau, ich weiß nicht genau, warum ich traurig bin:“ Erst das, was wir mit blauem Himmel assoziativ verbinden, offenbart das Gegensätzliche der Aussage.
Des weiteren findet man in einer Malerei mit Collage-Elementen einen städtisch gekleideten Mann unvermittelt in unbetretbarer Bergwelt, ein Video das gleichzeitig die Sicht eines Spaziergängers nach vorn sowie zurück zeigt und Collagen aus Foto-Fragmenten die merkwürdig traumhafte Szenen generieren, in denen sich, u.a., Ost und West, Vorzeit und Zukunft, Technik und Natur begegnen.
Diese und viele andere spannende Arbeiten sind ab dem 21.4. im Foyer des Musischen Zentrums zu sehen. Am Eröffnungsabend, dem 20.4. ab 19 Uhr, kann der Besucher an einem Puzzle aus gegensätzlichen Schriftpaaren selbst aktiv werden und Videoarbeiten sehen, die im Verlauf der Ausstellung nur noch durch Fotoserien repräsentiert werden können.


Kartenreservierung: Eintritt frei