Festung Europa. Ein Hohelied der Zersplitterung (Premiere)

Studiobühne in Kooperation mit dem Bereich Fotografie

Samstag, 30. Januar / Sonntag, 31. Januar / Montag, 1. Februar / Dienstag, 2. Februar 2016 jeweils um 19.30 Uhr im Theatersaal. Eintritt: frei!


In der Zukunft treffen sich wie durch Zufall Reisende unterschiedlicher Nationen irgendwo im Innern Europas. Auf ihren Koffern sitzen Belgier, Juden, Unternehmer, Karrieristen und Huren am Bahnhof.

Erst als die Stammzellenbiologin nach Schicksalsgenossen sucht und sagt: „Der Neue Mensch ist im Anmarsch“ beginnen die Figuren nach und nach zu reden. Sie ereifern sich in Selbstgesprächen, und wenn sie dann doch irgendwann mit Anderen ins Gespräch kommen, liefern sie sich aberwitzige, brüllkomische und absolut inkorrekte Wortgefechte über das sogenannte kulturelle Erbe Europas: Kathedralen und Schopenhauer, Russenhass und Parmaschinken.

Die Frage, wie der vielbeschworene Zusammenhalt der Nationen gesteuert werden soll, wenn Angst vor Entindividualisierung und Vorurteile noch immer den Kontinent beherrschen, weiß jedoch keiner wirklich zu beantworten. Am Anfang des Stückes steht der Satz: „Die Wahrheit liegt in der Wanderschaft“ von Baal Schem Tov.

Der belgische Autor Tom Lanoye versucht in diesem Stück Europas Verhältnis zu Politik, Ökonomie, Religion, Wissenschaft, Ethik und Geschichte zu beschreiben. In der Regie des derzeitigen Intendanten der Ruhrtriiiennale, Johan Simons, feierte das Stück 2005 Uraufführung bei den „Wiener Festwochen“ und wurde vom niederländischen Feuilleton als „großer Erlebnis“ (Takken 2005) gefeiert. Der Literaturwissenschaftler Thomas Ernst meint, „Fort Europa“ kann als gutes Beispiel belgischen und europäischen Gegenwartstheater gelten, das Kapitalismus, Wissenschaft und Biopolitik zum Inhalt macht.

Es spielen Studierende der RUB aller Fakultäten.



Weitere Infos unter 100 sec. Festung Europa. Hohelied der Zersplitterung.

Autor: Tom Lanoye

Regie: Karin Freymeyer (Schauspiel), Alexander Grünsel (Installation)

Kartenreservierung: mz-theater@rub.de oder 0234 - 3222836

Kontakt: Karin Freymeyer
per Mail: mz-theater@rub.de
per Fon: 0234 3222836