lieben, lachen und es lassen

Bös, Georgi, Gerstenkorn, Kleinwächter, Pavlidis

14. und 15. April 2016, 19:30 Uhr


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Von der Liebe wird uns heute viel versprochen - Glück, Intimität, Schutz und das alles bitte gleich für die Ewigkeit. Ende des 19. Jahrhunderts ist das noch etwas anders. Da erzählt Anton Tschechow von (sich versprochenen) Paaren, die sich necken, lieben, in die Haare kriegen und von der Frage: Ist dieses Versprechen ein Vertrag? Seine beiden Einakter Der Heiratsantrag und Die Hochzeit rechnen dabei so schonungslos wie spaßig mit den gesellschaftlichen Umbrüchen der Zeit ab: Der Landadel verarmt immer mehr und kann sich keine Hausangestellten mehr leisten. Lomow, ein Sprößling dieser Angestelltengeneration will nach oben, aber er hat die Rechnung ohne die adlige Tochter und ihre Sturheit gemacht. Übersteht diese junge Liebe den schon lange währenden Streit um ein Grundstück, das keiner braucht? Und was passiert, wenn man den Hund des Anderen schlicht und einfach lächerlich findet? Tschechow führt vor wie das Werben, Lieben und Sich-Binden anspruchsvoller wird, in einer Zeit, die sich von standesgemäßen Zwängen befreit und selbstbewusst verlauten lässt: Wir heiraten aus Liebe! So revolutionär wie damals klingt das längst nicht mehr. Heute ist es viel…Wie soll man das sagen? – Komplizierter?
Fest steht, dass unsere Gegenwart und die Liebe eine sehr spezielle Beziehung führen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit steht jeder Einzelne von uns ganz allein vor dem Problem der Liebe. Noch nie war sie so individuell, noch nie so schwierig, noch nie so existentiell wie heute. Wie hält man das aus? Wie können, wie wollen wir da (noch) lieben? Und wie kann das gut gehen?
Suchen wir die Konfrontation! Mit einem kräftigen Lachen über Tschechows schräge Figuren geht das am besten. Von dort aus schießen wir mit Amors Pfeilen direkt in das liebende Herz der Gegenwart. Kommt vorbei und erkundet mit uns die labyrinthischen Formen und Weisen dieser einen Sache, die wir alle so dringend zu brauchen scheinen und so wenig zu (er)kennen vermögen.

Eintritt frei!




Weitere Infos unter Trailer 100 Sekunden: lieben, lachen und es lassen

Autor: frei nach Anton Tschechow

Regie: Sebastian Bös

Kartenreservierung: sebastian.boes@rub.de