Geschichte des Bereiches

Fotoausstellung 1978

Bereits in den Gründungsüberlegungen zum Musischen Zentrum um 1966 war ein Bereich ‚künstlerische Photographie und Film‘ verankert. Neben den Bereichen ‚Theater‘, ‚Bildende Kunst‘ und ‚Musik‘ sollte der vierte Bereich die modernen visuellen Medien repräsentieren. Für die praktische Umsetzung wurde ein Raum im RUB-Gebäude GA/04 im Musikwissenschaftlichen Institut für ein Fotolabor und ein Raum im damaligen IC-Gebäude für ein Fotostudio geschaffen. Geleitet wurde der Bereich zunächst und in den späteren Jahren von drei studentischen Hilfskräften, die mit viel Elan Arbeitsmöglichkeiten für die Studierenden organisierten. In der Fotografie wurde im Labor mit der Schwarzweißfotografie und vielen experimentellen Techniken des Farblabors gearbeitet. Im Teilbereich Film waren dank der Anschaffung einer 16mm-Ariflex erste filmische Versuche möglich. Ab 1973 wurde ein weiterer Themenbereich ‚Fotosiebdruck‘ etabliert.

Fotoexkursion 1990 in der Jahrhunderthalle

Waren die so wichtigen Fachräume über viele Jahre noch ein Provisorium, veränderte der Einzug in das neue Gebäude direkt an der ‚Unibrücke‘ 1984 die Arbeit des Bereiches. Mit Felix Freier erhielt der Bereich erstmals einen eigenen, den anderen Bereichen gleichberechtigten kompetenten Bereichsleiter, der den Fotobereich neu strukturierte und konzeptionell ausbaute. Der Themenbereich ‚Fotosiebdruck‘ konnte im neuen MZ-Gebäude wegen einer Neufassung der Gefahrenstoffverordnung allerdings nicht weitergeführt werden. Der Themenbereich ‚16mm-Film‘ verlor durch die neuaufkommende Videotechnik an Bedeutung. Für den Aufbau eines Videostudios fehlten bei der damaligen finanziellen Etatsituation die notwendigen Mittel. Da in den 80ziger Jahren auch die studentische Kulturkooperative ‚boscop‘ an der RUB gegründet wurde, die mit Bundesmitteln als Anschubfinanzierung sehr gut ausgestattet war, verabredete MZ-Bereichsleiter Felix Freier mit dem damaligen boscop-Leiter Ulrich Seifert eine Medientrennung. Das Musische Zentrum konzentrierte sich voll auf den boomenden Fotografie-Bereich und ‚boscop‘ wollte ein Videostudio mit all dem notwendigen Equipment und einer Kursstruktur aufbauen. Der Fotobereich wurde umbenannt in ‚Bereich Fotografie‘, um zu betonen, dass neben der rein ‚künstlerischen‘ Arbeit auch Themengebiete der angewandten Fotografie (Bildjournalismus, Modefotografie usw.) berücksichtigt wurden.

Bildbesprechung

Im Bereich Fotografie wurden in den Jahren seit 1984/85 pro Semester ca. 12 Kursveranstaltungen und Projekte in den verschiedensten Formen durchgeführt und pro Jahr ca. 4-6 umfangreiche Fotoausstellungen mit Bildern der Teilnehmer realisiert (ca. 150 Ausstellungen). Dazu wurde das Foyer des MZ-Gebäudes nach und nach in einen repräsentativen Ausstellungraum umgestaltet. Ausstellungen gab es aber auch in auswärtigen Galerien und den verschiedenen peripheren Ausstellungsorten der Stadt und Region, in der NRW-Landesvertretung in Bonn, im Düsseldorfer Landtag usw.. Immer wieder wurden die Teilnehmerfotos aber auch in eigens produzieren Fotokalendern mit RUB-Bildern (‚starke Orte‘, ‚Grünfläche‘ u.a.), Kunstmappen (‚fatigran‘ u.a.), Postkartenserien(‚crazy audimax‘ u.a.), Ausstellungskatalogen (‚Kunst im IBZ‘), Multimedia-Präsentationen (‚Zeit‘ u.a.) und Fotobüchern (‚Betonschönheit‘) präsentiert.

Ausstellungseröffnung im MZ-Foyer

Pro Jahr verzeichnete der Bereich bis zu 300 Anmeldungen von Studierenden und Mitarbeitern der RUB, die dann in den Veranstaltungen des Bereiches fotografisch weitergebildet und in ihrer künstlerischen Entwicklung gefördert wurden. Immer wieder wechselten einige dieser Teilnehmer(-innen) an die fotografischen Studiengänge der Fachhochschulen und Kunstakademien, um die eigene fotografische Arbeit zu ihrem beruflichen Lebensinhalt zu machen.

Postkartenserie "Crazy Audimax"

Die zunehmenden Veränderungen in der Fotografie durch Aufkommen der digitalen Technik wurden dann frühzeitig bereits seit 1992 berücksichtigt. Erste digitale Bildbearbeitung mit den Vorläufern der ersten Photoshop-Version, einem voluminösen Flachbett-Scanner und einer ersten Digitalkamera mit 1,8(!) Megapixeln ermöglichten den MZ-Teilnehmern erstmals einen Einstieg in die neue digitale Fotowelt. Heute verfügt der Bereich über ein großzügig ausgebautes Fotostudio, ein noch immer genutztes Schwarzweißfotolabor, das inzwischen wieder von einem neuen Interesse der Studierenden für die Schwarzweißfotografie profitiert und einem ansehnlichen Computerarbeitsraum für die digitale Bildbearbeitung.

Bildbearbeitung
Fotoworkshop

Der Bereichsleiter Felix Freier wurde in all den Jahren bei seiner Arbeit unterstützt von vielen wechselnden studentischen Hilfskräften und Lehrbeauftragten, die mit ihrem punktuellen Detailwissen stets das Arbeitsspektrum des Bereiches innovativ ergänzten und spannend erweiterten.

Fotoausstellung 2017

In den Jahren 2004 bis 2005 übernahm der Fotodesigner Andrè Schuster für 18 Monate kommissarisch die Leitung des Bereiches. Da Felix Freier seinen Übergang in den Ruhestand stufenweise vorbereite hatte, übernahm Alexander Grünsel seit Mai 2015 ergänzend als Stellvertreter des Bereichsleiters teilweise organisatorische Aufgaben und entwickelte einzelne Konzeptionsideen weiter, wobei auch wieder Videothemen berücksichtigt wurden. Der Bereich Fotografie wird im November 2017 mit Ausscheiden von Felix Freier (Ruhestand) und Alexander Grünsel (Vertragsende) wegen personeller Einsparungen als eigenständiger Bereich nach 50 Jahren erfolgreicher Bereichsarbeit nicht weitergeführt.

Copyright für alle Bilder: MZ-Foto